OnlyFans in der Ukraine: Gesetz zur Legalisierung wartet auf zweite Lesung

Leerer Parlamentssaal mit Abstimmungstafel, im Vordergrund ein Smartphone mit abstrakter Abo-App auf einem Holztisch

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Werchowna Rada hat den Gesetzentwurf Nr. 15294 am 14. Juli 2026 mit 231 Stimmen in erster Lesung angenommen.
  • Der Entwurf soll Herstellung und Verbreitung von Pornografie mit Erwachsenen entkriminalisieren und Strafen bei Minderjährigen verschärfen.
  • Befürworter schätzen zusätzliche Steuereinnahmen auf bis zu 25 Millionen US-Dollar pro Jahr, gesichert ist das nicht.
  • Bisher drohen in der Ukraine für Herstellung oder Verbreitung von Pornografie bis zu sieben Jahre Haft.
  • Die zweite Lesung steht noch aus, bis dahin gilt das bisherige Strafrecht.

Für Creator auf OnlyFans in der Ukraine könnte sich die Rechtslage grundlegend ändern: Das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, hat am 14. Juli 2026 den Gesetzentwurf Nr. 15294 in erster Lesung angenommen, der die Herstellung und Verbreitung pornografischer Inhalte mit Erwachsenen entkriminalisieren soll. Das berichtete Fakty ICTV. Wie IBTimes UK am 22. Oktober 2026 schreibt, steht die zweite Lesung noch aus. Befürworter schätzen die möglichen Steuereinnahmen auf bis zu 25 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Was steht im ukrainischen OnlyFans-Gesetz?

Der Entwurf Nr. 15294 würde Einfuhr, Lagerung, Transport, Herstellung, Versand und Verbreitung pornografischer Werke entkriminalisieren, wenn ausschließlich Erwachsene beteiligt sind. Laut Fakty ICTV stimmten in erster Lesung 231 Abgeordnete dafür, 8 dagegen und 3 enthielten sich. Gleichzeitig verschärft der Entwurf die Strafen für Taten zum Nachteil Minderjähriger. Geändert werden dafür die Artikel 301 bis 303 des ukrainischen Strafgesetzbuchs. Nicht einvernehmliches Material und sexuelle Ausbeutung bleiben laut IBTimes UK verboten.

Zu den Autoren gehört der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak. Er wirbt damit, eine bereits bestehende Branche ins Steuersystem zu holen. Die Zahl von bis zu 25 Millionen US-Dollar jährlich ist eine Schätzung der Befürworter. Wie IBTimes UK betont, sind diese Einnahmen nicht gesichert. Einen vergleichbaren Entwurf, Nr. 12191, hatte die Rada nach Angaben von Fakty ICTV im Mai 2026 noch abgelehnt.

Warum ist Pornografie in der Ukraine bisher strafbar?

Nach geltendem ukrainischem Recht sind Herstellung, Lagerung und Verbreitung von Pornografie verboten, auch wenn nur Erwachsene beteiligt sind. Laut UA.NEWS drohen dafür bis zu sieben Jahre Haft. Dass sich die Politik bewegt, geht auch auf Druck aus der Branche zurück. Eine OnlyFans-Creatorin startete nach einer Hausdurchsuchung eine Petition auf der Website des Präsidenten. Laut UA.NEWS, das sich auf das Wall Street Journal beruft, kamen innerhalb einer Woche über 25.000 Unterschriften zusammen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte daraufhin, das Parlament werde den Vorschlag prüfen.

Creator berichten laut IBTimes UK von rechtlicher Unsicherheit. Es geht um Ermittlungen und mutmaßliche Forderungen nach Bestechungsgeld. Befürworter des Gesetzes argumentieren, eine Entkriminalisierung könne Korruption eindämmen und Einkommen offenlegbar machen.

Was das für Creator bedeutet

Noch ist nichts entschieden. Der Entwurf hat bisher nur die erste Lesung überstanden. Für die zweite Lesung braucht er erneut eine Mehrheit, außerdem muss das Gesetz unterzeichnet werden. Bis dahin gilt in der Ukraine das bisherige Strafrecht. Die aktuellen Berichte melden keinen neuen Abstimmungstermin.

  • Kein Freifahrtschein: Der Text betrifft ausschließlich einvernehmliche Inhalte unter Erwachsenen. Bei Delikten mit Minderjährigen sieht er deutlich härtere Strafen vor.
  • Steuern statt Grauzone: Ziel der Befürworter ist es ausdrücklich, Einnahmen aus Abo-Plattformen zu besteuern.
  • Europäischer Kontext: Auch in der EU nimmt die Regulierung von Erwachsenenplattformen zu, etwa durch die Arcom-Ermittlung gegen Mym in Frankreich oder das Urteil zu Stripchat und dem DSA.

Wenn du als Creator mit Bezug zur Ukraine arbeitest, solltest du die zweite Lesung im Blick behalten. Für deinen konkreten Fall ist eine Rechts- oder Steuerberatung vor Ort sinnvoll. Dieser Artikel ersetzt sie nicht.

Häufige Fragen

Ist OnlyFans in der Ukraine jetzt legal?

Nein. Der Gesetzentwurf Nr. 15294 hat am 14. Juli 2026 nur die erste Lesung in der Werchowna Rada passiert. Die zweite Lesung steht noch aus, bis zum Inkrafttreten gilt das bisherige Strafrecht, das Herstellung und Verbreitung von Pornografie verbietet.

Was würde das Gesetz 15294 konkret ändern?

Es würde Einfuhr, Lagerung, Herstellung und Verbreitung pornografischer Inhalte entkriminalisieren, sofern nur Erwachsene beteiligt sind. Gleichzeitig sieht es härtere Strafen für Taten zum Nachteil Minderjähriger vor. Geändert werden dafür die Artikel 301 bis 303 des ukrainischen Strafgesetzbuchs.

Woher kommt die Zahl von 25 Millionen Dollar?

Die bis zu 25 Millionen US-Dollar jährlich sind eine Schätzung der Befürworter des Gesetzes. Medien wie IBTimes UK weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Einnahmen nicht gesichert sind. Eine offizielle Berechnung der Regierung wird in den Berichten nicht genannt.

Welche Strafen drohen Creatorn in der Ukraine bisher?

Nach geltendem Recht drohen für die Herstellung oder Verbreitung von Pornografie laut UA.NEWS bis zu sieben Jahre Haft. Creator berichten von Ermittlungen und rechtlicher Unsicherheit. Im Einzelfall ist eine Beratung durch Anwälte vor Ort sinnvoll.

Quellen

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