Das Wichtigste in Kürze
- Die französische Aufsicht Arcom hat am 16. Oktober 2026 eine Ermittlung gegen die Abo-Plattform Mym öffentlich gemacht.
- Arcom verdächtigt Mym, beim Jugendschutz, vor allem bei der Altersprüfung, gegen den Digital Services Act zu verstoßen.
- Zusätzlich bemängelt die Behörde unvollständige Nutzungsbedingungen und zu wenig Informationen über die Empfehlungssysteme.
- Mym hat seit dem Auskunftsersuchen vom 14. Oktober 2026 15 Tage Zeit für eine Antwort, sonst drohen Sanktionen.
- Bisher gibt es weder einen festgestellten Verstoß noch eine Strafe.
Die französische Medien- und Digitalaufsicht Arcom (Autorité de régulation de la communication audiovisuelle et numérique) hat eine Ermittlung gegen Mym eingeleitet. Mym ist eine französische Abo-Plattform für exklusive Creator-Inhalte, die laut Behörde überwiegend erotisch oder sexuell sind. Das hat Arcom am 16. Oktober 2026 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Die Behörde verdächtigt Mym, beim Jugendschutz und bei der Transparenz gegen den europäischen Digital Services Act (DSA) zu verstoßen.
Was wirft Arcom der Plattform Mym vor?
Arcom hat nach einer ersten Prüfung zwei mögliche Verstöße gegen den DSA benannt. Laut der Pressemitteilung und dem Bericht von franceinfo mit der Nachrichtenagentur AFP geht es um diese Punkte:
- Schutz Minderjähriger: Die Behörde stellt die Schutzvorkehrungen infrage, vor allem die Art, wie Mym das Alter seiner Nutzer prüft.
- Transparenz: Die Nutzungsbedingungen hält Arcom für unvollständig. Auch die Angaben dazu, wie die Empfehlungssysteme der Plattform funktionieren, seien unzureichend.
Arcom kündigte an, sich weiter dafür einzusetzen, dass Plattformen ihre Nutzer wirksam schützen, insbesondere Kinder.
Wie läuft die Ermittlung gegen Mym ab?
Die Ermittlung ist bisher eine förmliche Anfrage, keine Strafe. Am 14. Oktober 2026 hat Arcom ein Auskunftsersuchen an Mym geschickt, das zu ihren Untersuchungsbefugnissen gehört. Mym hat 15 Tage Zeit für eine Antwort. Lässt die Plattform die Frist verstreichen, drohen Sanktionen. Die Frist läuft damit Ende Oktober 2026 ab. Einen festgestellten Verstoß gibt es bislang nicht, wie auch das Fachportal Telesatellite betont. In den Berichten, die wir ausgewertet haben, findet sich keine öffentliche Stellungnahme von Mym. Die Meldung griff unter anderem das indische Branchenportal ET BrandEquity auf.
Warum ist Arcom für Mym zuständig?
Arcom ist zuständig, weil Mym in Frankreich sitzt und das französische SREN-Gesetz vom Mai 2024 der Behörde die DSA-Aufsicht über dort ansässige Plattformen überträgt. Der DSA verpflichtet Plattformen, die ihre Dienste in Europa anbieten, zu Transparenz, zum Umgang mit illegalen Inhalten und zum Schutz Minderjähriger. Wie ernst die EU diese Regeln bei Erwachsenenplattformen nimmt, zeigt auch das Verfahren um Stripchat: Dort bestätigte das EU-Gericht die Einstufung der Plattform unter dem DSA.
Was das für Creator bedeutet
Für Creator ist das Verfahren vor allem ein Zeichen dafür, worauf europäische Aufsichtsbehörden bei Abo-Plattformen achten. Mym konkurriert in Europa mit OnlyFans und Fansly. Im Fokus stehen nicht die Inhalte der Creator selbst, sondern die Pflichten der Plattform: Altersprüfung, verständliche Nutzungsbedingungen und offen gelegte Empfehlungssysteme.
Wenn du auf Mym aktiv bist, ändert sich für dich vorerst nichts. Es gibt weder ein Urteil noch eine Sanktion. Muss Mym nachbessern, könnten strengere Altersprüfungen für Fans oder geänderte Nutzungsbedingungen folgen. Das kann sich darauf auswirken, wie schnell neue Abonnenten dein Profil erreichen. Da der DSA EU-weit gilt, betreffen dieselben Pflichten grundsätzlich jede Plattform, die ihre Dienste in Europa anbietet. Ob und wie andere Anbieter darauf reagieren, ist offen. Die nächste Wegmarke ist Mym’s Antwort an Arcom Ende Oktober.
Häufige Fragen
Warum ermittelt Arcom gegen Mym?
Arcom vermutet nach einer ersten Prüfung, dass Mym gegen den Digital Services Act verstößt. Es geht um den Schutz Minderjähriger, besonders die Altersprüfung, und um mangelnde Transparenz. Die Behörde nennt dabei unvollständige Nutzungsbedingungen und zu wenig Informationen über die Empfehlungssysteme der Plattform.
Wurde Mym schon bestraft?
Nein. Arcom hat am 14. Oktober 2026 ein Auskunftsersuchen an Mym geschickt, das ist ein Ermittlungsschritt und keine Sanktion. Mym hat 15 Tage Zeit zu antworten. Erst wenn die Plattform nicht antwortet oder Verstöße festgestellt werden, drohen Sanktionen.
Warum ist eine französische Behörde für Mym zuständig?
Mym hat seinen Sitz in Frankreich. Seit dem SREN-Gesetz vom Mai 2024 überwacht Arcom, ob in Frankreich ansässige Plattformen die Pflichten aus dem Digital Services Act einhalten. Dazu gehören Transparenz, der Umgang mit illegalen Inhalten und der Schutz Minderjähriger.
Ändert sich für Creator auf Mym jetzt etwas?
Vorerst nicht, denn es gibt weder ein Urteil noch eine Sanktion. Sollte Mym nachbessern müssen, sind strengere Altersprüfungen für Fans oder geänderte Nutzungsbedingungen denkbar. Die nächste Wegmarke ist die Antwort von Mym an Arcom Ende Oktober 2026.
Quellen
- L'Arcom ouvre une enquête sur la plateforme française Mym
- L'Arcom ouvre une enquête sur la plateforme française Mym, spécialisée dans les contenus sexuels et soupçonnée de manquements pour la protection des mineurs
- Arcom : enquête sur la plateforme Mym pour protection des mineurs et transparence
- France opens probe into creator platform Mym over suspected rule breaches
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