OnlyFans Sammelklage um Abo-Verlängerung bleibt in Kalifornien

Richterhammer auf einem Tisch neben einem Smartphone mit Abo-App und Verlängerungssymbol, dahinter ein Gerichtssaal

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein kalifornischer Bundesrichter hat am 20. Oktober 2026 entschieden, dass eine geplante Sammelklage gegen den OnlyFans-Mutterkonzern nicht nach England verwiesen wird.
  • Die Klage wirft dem Konzern unzulässige automatische Abo-Verlängerungen vor.
  • Laut Law360 würde eine Verweisung nach England das Recht kalifornischer Verbraucher auf Sammelklagen erheblich schmälern.
  • Der Beschluss ist ein Verfahrensschritt, über die Rechtmäßigkeit der Abo-Verlängerung ist noch nicht entschieden.
  • Frühere US-Verfahren zum Gerichtsstand gegen OnlyFans gingen unterschiedlich aus, 2024 scheiterte eine ähnliche Klage an der Zuständigkeit.

Die geplante OnlyFans Sammelklage wegen angeblich unzulässiger automatischer Abo-Verlängerungen wird in Kalifornien verhandelt und nicht in England. Das hat laut dem US-Fachdienst Law360 ein kalifornischer Bundesrichter am Dienstag, 20. Oktober 2026, entschieden. Die Klage richtet sich gegen den Mutterkonzern von OnlyFans.

Was hat das Gericht zur OnlyFans Sammelklage entschieden?

Das Gericht lehnt es ab, den Fall an ein englisches Gericht abzugeben. Laut Law360 begründete der Richter das damit, dass eine Verweisung nach England das Recht der Einwohner Kaliforniens, Verbraucher-Sammelklagen zu führen, „erheblich schmälern“ würde (im Original: „substantially diminish“). In den Angaben von Law360 ist das United States District Court for the Northern District of California als Gericht aufgeführt. Den Namen des Richters, das Aktenzeichen und die genauen Klagepunkte nennt der frei zugängliche Teil des Artikels nicht. Der vollständige Bericht steht hinter einer Paywall.

Wichtig für die Einordnung: Das ist ein Verfahrensschritt, kein Urteil in der Sache. Ob OnlyFans bei der automatischen Verlängerung von Abos tatsächlich gegen Recht verstoßen hat, ist damit nicht entschieden. Geklärt ist zunächst nur, wo darüber gestritten wird.

Warum geht es überhaupt um England?

OnlyFans wird von einem britischen Unternehmen betrieben, der Fenix International Limited. Konzerne mit Sitz in England verweisen Streitigkeiten in ihren Nutzungsbedingungen gern an englische Gerichte. In den USA ist das für Kläger ein Nachteil, weil dort Sammelklagen von Verbrauchern deutlich verbreiteter sind.

Die Frage nach dem richtigen Gerichtsort beschäftigt die US-Justiz bei OnlyFans schon länger, mit unterschiedlichem Ausgang. Im Mai 2024 berichtete Bloomberg Law, dass der Mutterkonzern eine andere Sammelklage zu automatischen Verlängerungen abwehren konnte, weil das Gericht sich für nicht zuständig hielt. Am 30. Juni 2026 hob das Bundesberufungsgericht für den Ninth Circuit nach einem Bericht von Mealey’s in einem weiteren Fall eine Abweisung auf und verwies die Zuständigkeitsfrage zurück an die Vorinstanz. In einem Verfahren um die Direktnachrichten-Funktion setzte sich OnlyFans dagegen laut Bloomberg Law mit dem Argument des Gerichtsstands durch. Wer sich für andere Gerichtsverfahren rund um Abo-Plattformen interessiert, findet hier unseren Bericht zur gescheiterten DSA-Klage von Stripchat.

Was das für Creator bedeutet

Für dich als Creator ändert der Beschluss im Moment nichts direkt. Es geht um die Abrechnung gegenüber Fans, nicht um Auszahlungen oder Provisionen. Indirekt kann ein solches Verfahren aber Folgen haben. Müsste OnlyFans am Ende die Verlängerung von Abos anders gestalten, etwa mit deutlicheren Hinweisen, könnte das beeinflussen, wie viele Fans ihr Abo weiterlaufen lassen.

  • Der Beschluss gilt für ein US-Verfahren und betrifft in erster Linie Nutzer in Kalifornien.
  • Für Fans und Creator in Deutschland gelten eigene Verbraucherregeln. Aus dem Beschluss lassen sich keine Ansprüche hierzulande ableiten.
  • Ein Urteil darüber, ob die Verlängerungspraxis rechtswidrig ist, steht noch aus.

Für Fans lohnt es sich unabhängig vom Verfahren, in den Kontoeinstellungen nachzusehen, bei welchen Abos die automatische Verlängerung aktiv ist. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Wir berichten weiter, sobald der Beschluss oder das Aktenzeichen öffentlich einsehbar ist.

Häufige Fragen

Worum geht es in der OnlyFans Sammelklage?

Die geplante Sammelklage wirft dem Mutterkonzern von OnlyFans vor, Abonnements unzulässig automatisch verlängert zu haben. Am 20. Oktober 2026 entschied ein kalifornischer Bundesrichter laut Law360, dass das Verfahren in Kalifornien bleibt und nicht an ein englisches Gericht geht.

Hat OnlyFans den Prozess damit verloren?

Nein. Der Beschluss betrifft nur die Frage, wo verhandelt wird. Ob die automatische Verlängerung von Abos rechtswidrig war, hat das Gericht noch nicht entschieden. Das Verfahren steht damit eher am Anfang als am Ende.

Warum wollte OnlyFans den Fall in England verhandeln?

OnlyFans wird von der britischen Fenix International Limited betrieben. Das Gericht sah laut Law360 die Gefahr, dass eine Verweisung nach England das Recht kalifornischer Verbraucher, gemeinsam Sammelklagen zu führen, erheblich schmälern würde, und lehnte sie deshalb ab.

Betrifft der Beschluss auch Fans in Deutschland?

Direkt nicht. Es handelt sich um ein US-Verfahren, das sich vor allem auf Nutzer in Kalifornien bezieht. Für Fans in Deutschland gelten eigene Verbraucherregeln, und aus dem Beschluss lassen sich keine Ansprüche hierzulande ableiten.

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