Strafbare Pornografie in England und Wales ab 6. November: Folgen für Creator

Smartphone neben einem Gesetzbuch und einem Kalender mit rot markiertem Datum, im Hintergrund ein Regierungsgebäude

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab dem 6. November 2026 sind Besitz und Veröffentlichung bestimmter Pornografie in England und Wales nach dem Crime and Policing Act 2026 strafbar.
  • Erfasst sind realistische Darstellungen von Strangulation oder Erstickung, Sex zwischen bestimmten Verwandten und Sex mit Personen, die unter 16 sind oder so tun.
  • Für den Besitz drohen bis zu 2 beziehungsweise 3 Jahre Haft, für die Veröffentlichung bis zu 5 Jahre.
  • Laut Ministry of Justice muss betroffenes Material vor dem Stichtag gelöscht und Veröffentlichtes entfernt werden.
  • Die Leitlinie enthält keine Hinweise für Plattformen, Aussagen von OnlyFans, Fansly oder Fanvue haben wir nicht gefunden.

Ab dem 6. November 2026 gilt in England und Wales neue strafbare Pornografie: Wer bestimmte pornografische Bilder besitzt oder veröffentlicht, macht sich nach dem Crime and Policing Act 2026 strafbar. Das hat das britische Justizministerium (Ministry of Justice) am 16. Oktober 2026 in einer offiziellen Leitlinie bekanntgegeben. Betroffen sind Darstellungen von Strangulation, Inzest und Sex mit Personen, die unter 16 sind oder so tun.

Welche Pornografie ist in England und Wales ab November strafbar?

Die neuen Straftatbestände erfassen Bilder, die drei Kategorien explizit und realistisch zeigen. Laut der Leitlinie des Ministry of Justice sind das:

  • Strangulation oder Erstickung: Besitz wird mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft.
  • Penetrativer Sex zwischen bestimmten Verwandten, sogenannter Inzest-Porno: bis zu 2 Jahre Haft für den Besitz. Erfasst sind auch bestimmte Stief- und Pflegeverhältnisse, wenn eine Person unter 18 ist oder so tut.
  • Sexuelle Handlungen mit mindestens einer Person, die unter 16 ist oder so tut: bis zu 3 Jahre Haft für den Besitz.

Für die Veröffentlichung jeder dieser Kategorien drohen bis zu 5 Jahre Haft. Als Veröffentlichung gilt laut Leitlinie jedes Zugänglichmachen für andere, etwa Hochladen, Posten, Senden, Teilen oder Verbreiten. Erfasst werden nur Darstellungen, deren Beteiligte einem vernünftigen Betrachter real erscheinen.

Woher kommt das Gesetz?

Der Crime and Policing Act 2026 ist ein umfassendes britisches Strafrechtspaket, das am 29. April 2026 die königliche Zustimmung erhielt. Die britische Regierung führt das Verbot von Strangulations- und Inzest-Pornografie auf ihrer Übersichtsseite zum Gesetz als eine der Maßnahmen auf. Das Magazin LADbible weist darauf hin, dass auch alte, vergessene Dateien auf Handys, in Gruppenchats oder Cloud-Backups unter den Besitz fallen können.

Die Leitlinie stellt klar, dass Besitz eine fortdauernde Handlung ist. Wer betroffenes Material hat, soll es vor dem 6. November 2026 dauerhaft löschen. Auch eine Veröffentlichung kann fortdauern: Was online oder offline zugänglich gemacht wurde, muss vor dem Stichtag entfernt werden.

Es gibt Ausnahmen. Eine Verteidigung ist möglich, wenn du ein Bild nicht kanntest und keinen Grund hattest, es für erfasst zu halten, wenn du selbst an der gezeigten Handlung beteiligt warst und weitere Kriterien erfüllt sind, oder bei einem legitimen Grund. Für den Besitz gilt zusätzlich: Unaufgefordert zugeschickte Bilder sind gedeckt, solange du sie nicht unangemessen lange behältst.

Was das für Creator bedeutet

Für Creator mit Fans in England und Wales ist vor allem der Tatbestand der Veröffentlichung relevant, weil er ausdrücklich das Hochladen und Teilen umfasst. Das betrifft auch Rollenspiel: Die Regeln greifen schon, wenn jemand nur so tut, als sei er unter 16 oder ein Verwandter. Wer bisher Choking-Szenen oder Stiefgeschwister-Szenarien anbietet, sollte sein Archiv, Vault-Inhalte und alte Massennachrichten prüfen.

Offen bleibt einiges. Die Leitlinie richtet sich an Einzelpersonen und enthält keine Hinweise für Plattformen oder Unternehmen. Sie sagt auch nichts dazu, wie mit Creatorn außerhalb Großbritanniens umgegangen wird. Öffentliche Aussagen von OnlyFans, Fansly oder Fanvue, ob sie ihre Inhaltsregeln wegen des Gesetzes anpassen, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Schottland und Nordirland sind von dieser Leitlinie nicht erfasst.

Das neue Strafrecht kommt zu den bestehenden Pflichten aus dem Online Safety Act hinzu, über dessen Durchsetzung durch die Medienaufsicht Ofcom wir bereits berichtet haben. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Wenn du unsicher bist, ob deine Inhalte betroffen sind, wende dich an eine Anwältin oder einen Anwalt mit Kenntnis des englischen Rechts.

Häufige Fragen

Ab wann gilt das neue Pornografie-Strafrecht in England und Wales?

Die neuen Straftatbestände des Crime and Policing Act 2026 gelten ab dem 6. November 2026. Das steht in der Leitlinie des britischen Justizministeriums vom 16. Oktober 2026. Sie betreffen England und Wales, Schottland und Nordirland sind von dieser Leitlinie nicht erfasst.

Welche Inhalte sind konkret betroffen?

Betroffen sind explizite, realistische Bilder von Strangulation oder Erstickung, von penetrativem Sex zwischen bestimmten Verwandten sowie von sexuellen Handlungen mit einer Person, die unter 16 ist oder so tut. Beim Verwandten-Tatbestand zählen auch bestimmte Stief- und Pflegeverhältnisse, wenn eine Person unter 18 ist oder so dargestellt wird.

Gilt das auch für Rollenspiel-Inhalte von Creatorn?

Ja, die Leitlinie erfasst ausdrücklich Personen, die nur so tun, als seien sie unter 16 oder verwandt. Entscheidend ist, ob die Beteiligten einem vernünftigen Betrachter real erscheinen. Wer solche Szenarien anbietet, sollte seine Inhalte prüfen und im Zweifel rechtlichen Rat einholen.

Welche Strafen drohen bei Veröffentlichung?

Für die Veröffentlichung jeder der drei Kategorien drohen bis zu 5 Jahre Haft. Als Veröffentlichung gilt jedes Zugänglichmachen für andere, etwa Hochladen, Posten, Senden oder Teilen. Für den reinen Besitz liegt die Höchststrafe je nach Kategorie bei 2 oder 3 Jahren.

Quellen

Mehr von ihr

Alle Models ansehen

Nach oben scrollen
Auf Telegram schreiben